Gutsbetrieb Herzog von Württemberg
Hofgut Einsiedel

Das zum Gutsbetrieb Herzog von Württemberg gehörende Hofgut Einsiedel liegt eingebettet in das Naherholungsgebiet Schönbuch auf einer Lichtung mit einem Durchmesser von etwa 2 Kilometern. Der Einsiedel liegt zentral im Herzen des Bundeslandes Baden-Württemberg, etwa 30 Kilometer südlich von Stuttgart, 10 Kilometer von Tübingen und 5 Kilometer von Reutlingen entfernt. Seit 1829 gehört das Hofgut zum Gemeindegebiet Kirchen­tellinsfurt im Landkreis Tübingen.

Das Hofgut Einsiedel ist einer der beiden Betriebsstandorte des Gutsbetriebs Herzog von Württemberg, der als konventionell wirtschaftender Betrieb geführt wird. Auf den tiefgründigen Ackerböden mit Lößauflage werden Weizen, Raps, Mais und Zuckerrüben angebaut. Die Jahresniederschläge liegen bei etwa 700 Millimetern, die durchschnittliche Jahrestemperatur bei 10,4° Celsius. Durch seine geschützte Lage, seine weitläufigen und unzerschnittenen Ackerflächen und dem historischen Gebäudebestand stellt das Hofgut Einsiedel den perfekten Austragungsort für die 65. Weltpflüger­meister­schaft dar.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts gründete Graf Eberhard V., der spätere erste Herzog von Württemberg, ein Gestüt auf der knapp 300 Hektar

umfassenden Lichtung. Kurz nach der Gründung des Gestüts baute sich der jagdfreudige Landesherr in unmittelbarer Nähe des Gestüts ein Schlösschen, von dem heute jedoch nur noch ein Flügel erhalten ist. Wenige Jahre später siedelte der Graf auf dem Einsiedel den geistlichen Orden der Brüder vom Gemeinsamen Leben an. Er gründete das Stift St. Peter im Schönbuch, das die drei Stände der Geistlichkeit, des Adels und des Bürgertums vereinen sollte. Während der Reformation wurde das Stift aufgehoben. Herzog Johann Friedrich von Württemberg ließ das Jagdschlösschen Einsiedel 1619 nach einem Brand teilweise neu aufbauen. Im 18. Jahrhundert wurde unter Herzog Karl Eugen ein kleines barockes Schloss errichtet, das heute nicht mehr erhalten ist. Das Gestüt war damals eines der größten im Land. Nach dem Tod des Herzogs kam das Hofgut Einsiedel als Domäne an den Staat und wurde durch einen Pächter bewirtschaftet.

Im Jahr 1823 ließ König Wilhelm I. von Württemberg die Domäne Einsiedel für sein Privatvermögen ankaufen und durch die Hofdomänenkammer verwalten. Das Gut wurde weiterhin durch einen Pächter bewirtschaftet. Von 1913 bis 2012 war die gesamte Domäne mit Ausnahme des Schlösschens an die Südzucker AG verpachtet. Seither wird sie wieder als Eigenbetrieb der Hofkammer des Hauses Württemberg geführt.

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